Moovit – Eine App für jede Reise

Der ÖPNV ist oft die beste Lösung um von A nach B zu kommen. Doch sobald man die Heimat verlässt, ist man schnell orientierungslos und benötigt digitale Hilfe. Moovit, den wohl besten Begleiter für den Nahverkehr, möchte ich in der heutigen App-Review etwas genauer vorstellen.

Apps für die öffentlichen Verkehrsmittel gibt es wie Sand am Meer. Doch viele sind unintuitiv, haben nur einen begrenzten Funktionsumfang, arbeiten mit veralteten Daten oder sind nicht in jeder Region verfügbar. Mein persönlicher Favorit, der all diese Probleme nicht, hat heißt Moovit.

Hierbei handelt es sich um mehr als nur eine Verbindungsauskunft. Moovit ist eine App für urbane Mobilität, die in über 100 Ländern verfügbar ist. Das Herz bildet die Community mit den sogenannten Mooviters. Ähnlich wie bei Wikipedia handelt es sich hierbei um freiwillige, die unentgeltlich die ÖPNV-Daten ihrer Region pflegen. Ergänzt werden diese Informationen durch Material der örtlichen Nahverkehrsanbieter sowie durch Echtzeit-Daten der Fahrzeuge.

Über 695.000 Mooviters sind regelmäßig aktiv, um das Reisen zu erleichtern. Besonders in den Regionen Südamerikas, in Indien aber auch in Osteuropa ist Moovit oft die einzige Option für die Menschen, da die ÖPNV-Anbieter keine eigenen Anwendungen bereitstellen.

Was kann Moovit? Was macht die App anders?

Zwar gibt einem Moovit zuverlässig die Verbindung von A nach B aus, doch die App kann so viel mehr. Die wichtigste Funktion, die Verbindungsauskunft, findet sich gleich auf dem Startbildschirm nach dem ersten öffnen. Dort lässt sich die Wohnungs- und Arbeitsadresse abspeichern. Bei aktiviertem GPS reicht ein klick auf das passende Icon, um den schnellsten Weg dahin zu finden.

Der nächste große Bereich sind die Haltestellen. Hier lassen sich die genauen Standorte herausfinden, welche Linien auf welcher Straßenseite abfahren, welche Linie direkt in meiner Nähe abfährt und welche Bahnsteige barrierefrei sind. Letzteres ist besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität praktisch, da diese sich auf Wunsch nur zwischen barrierefreien Haltestellen navigieren lassen können.

Ein dritter Bereich in der App umfasst alle Linien in der Region. Diese können getrennt nach Anbieter oder Art des Verkehrsmittels durchsucht werden. Auf einen Klick erscheinen alle Stationen, die Reisezeiten zwischen zwei Haltestellen und ergänzende Hinweise. Dies geschieht in Form eines kleinen Ausrufezeichens. Mit einem Tipp auf das Symbol werden alle tagesaktuellen Baustellen, Umleitungen und Einschränkungen angezeigt die ggf. noch nicht durch die Community eingepflegt wurden.

AR, Interaktion und Mulitmobilität

Sein volles Potenzial entfaltet Moovit erst durch die einzigartigen Zusatzfunktionen. Wie oft hat man es schon erlebt, dass Stau oder Unfälle für Verspätungen sorgen. Man wartet und wartet ohne eine Information wann die benötigte Bahn endlich kommt. Hierfür hat Moovit eine eigene Lösung im Gepäck.

Jeder Nutzer kann über die App Meldungen erstellen. Diese umfassen die Bereiche „Linie hielt nicht an“, „Vorfall“, „Sauberkeit“, „Überfüllung“, „Fahrerbewertung“ und „Temperatur“. Wenn euch etwas auffällt, könnt ihr es über Moovit teilen und anderen App-Nutzern so eine Benachrichtigung zukommen lassen.

Besonders praktisch im Urlaub finde ich den „Wayfinder“. Hierbei handelt es sich um ein eingebautes AR-Feature, das eure Kamera im Smartphone nutzt. Ihr seid auf der Suche nach einer Haltestelle, dann zeigt euch der Wayfinder die genaue Position der Haltestellen mittels Kamera und den Weg dort hin (siehe Titelbild). Gerade in unbekannten Städten kann dies sehr hilfreich sein, wenn man die Straßennamen nicht lesen kann oder jede Gasse gleich aussieht.

Wer in der Bahn gerne liest oder ein Schläfchen macht, für den ist die Echtzeit-Navigation ein Segen. Sowohl über die Smartphone-App als auch via Apple-Watch-Anwendung kann man sich eine Verbindung von A nach B aufrufen. Anschließend wird auf dem Bildschirm der genaue Weg dargestellt mit verbleibenden Haltestellen und Minuten. In Echtzeit verschwindet jede Station vom Display, die Ihr hinter euch gelassen habt. Kurz vor dem Aussteigen vibriert eure Uhr bzw. euer Telefon und weckt euch sanft.

Mein Fazit zur App

In den letzten Jahren habe ich viele ÖPNV-Apps ausprobiert und keine hat mich wirklich lange Zeit überzeugt. Auch die offiziellen Anwendungen von DVB und VVO in Dresden waren bisher mehr schlecht als recht nutzbar. Doch Moovit ist anders. Die App schaut modern aus, ist klar verständlich aufgebaut, hat steht’s aktuelle Informationen mit einer großen Community im Rücken.

Moovit eignet sich primär für jeden Nutzer, der gerne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Alle Möglichkeiten schöpft die Anwendung jedoch erst so richtig auf Reisen in andere Städte oder Länder aus. Ein Tipp genügt und schon hat man alle Verbindungen für die aktuelle Region parat. Einziger Wermutstropfen ist die fehlende Ticket-Integration. Trotz aller Features kann man über Moovit derzeit noch keine Fahrscheine kaufen. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wer neugierig geworden ist, findet hier die iOS und Android-Versionen zum Download.


Zum Schluss der Transparenz halber noch ein Hinweis in eigener Sache. In meiner Freizeit bin ich als Mooviter für meine Heimatregion aktiv. Diese App-Review spiegelt jedoch meine persönliche Meinung wider und ist unabhängig, ohne Bezahlung und losgelöst von meiner Mitarbeit in der Community entstanden. Falls Ihr selbst eure Region erfassen wollt, findet Ihr hier weitere Infos. Weitere App-Reviews findet Ihr hier.

Titelbild © Moovit