Ein Wochenende in Prag

Wer einen Kurzurlaub effektiv nutzen möchte, wählt in der Regel eine Städtereise. Doch viele europäische Metropolen sind weit von Sachsen entfernt, sodass sich die Anreise kaum lohnt. Ein Geheimtipp ist die tschechische Hauptstadt. Sowohl kulturell, als auch kulinarisch hat Prag einiges zu bieten.

Prag (oder auf tschechisch Praha) ist mit knapp 1,3 Millionen Einwohnern die größte Stadt in unserem Nachbarland. In knapp zwei Stunden Reisezeit erreicht Ihr die Metropole von Dresden aus. Der kostengünstigste Reiseweg ist mit einem der zahlreichen Fernbusanbieter wie Flixbus, Regiojet oder Leo Express, welche für eine Strecke im Schnitt 10 – 12€ verlangen.

Ankunft auf dem Flughafen von Prag
Neben Bus und Zug ist Prag auch mittels Flugzeug erreichbar.

Die Reise im Bus ist bequem und komfortabel, jedoch solltet Ihr Euch einen kleinen Zeitpuffer einplanen, da es im dichten Stadtverkehr öfter mal zu Staus kommen kann. Für rund 20€ verkehrt alternativ auch der Zug, welcher mit einer Reisezeit von ebenfalls zwei Stunden ähnlich lange auf der Strecke unterwegs ist wie der Fernbus, dafür jedoch pünktlicher sein Ziel erreicht.

Wer von weiter Weg nach Prag kommen will, dem empfiehlt sich die Anreise mit dem Flugzeug. Direkt vor dem Terminal verkehr der Airport Express, ein Shuttle-Bus, welcher einen bequem in 25 Minuten zum Bahnhof von Prag bringt.

Einhundert verschiedene Blickwinkel

Sobald Ihr euer Ziel erreicht habt, werdet Ihr die Stadt schnell auf unterschiedliche Arten entdecken. Egal ob im direkten Zentrum oder auf den Hügeln am Rand, es gibt so viele schöne Stellen, um ein Bild von Prag zu bekommen. Nutzt die Zeit und versucht, zwei bis drei verschiedene Aussichtsstellen oder Aussichtstürme zu erklimmen, es lohnt sich.

Die Prager Altstadt von oben betrachtet.
Auch von oben ist Prag einfach faszinierend.

Ein besonderes Highlight ist der 327 Meter hohe Laurenziberg am Ufer der Moldau. An seiner Spitze thront der Aussichtsturm Petřín, welcher ein verkleinerter Nachbau des Pariser Eiffelturms ist. Zu Fuß erreicht Ihr den Turm in rund 45 Minuten. Solltet Ihr weniger Zeit haben, könnt Ihr alternativ die Seilbahn nutzen, welche Euch in knapp 10 Minuten zur Spitze bringt.

Nach den Blicken auf die Dächer von Prag wird es Zeit, die Gassen vom Boden aus zu erkunden. Als erstes Ziel solltet Ihr die Prager Burg ansteuern. Sie zählt zu den weltweit größten Burgkomplexen und erstreckt sich auf einer Fläche von 45 Hektar. Seid jeher diente die Anlage als Sitz der böhmischen Herzöge und Könige und ist auch heute noch Amtssitz für den tschechischen Präsidenten.

Die Prager Karlsbrücke am Abend.
Besonders in den Abendstunden ist die Karlsbrücke der perfekte Ort zum fotografieren.

Ein Streifzug durch das Weltkulturerbe

Am Fuße der Burg findet Ihr mit der Karlsbrücke das nächste architektonische Meisterwerk von Prag. Die Flussquerung über die Moldau existiert bereits seit dem 14. Jahrhundert und ist die älteste erhaltene Steinbrücke Europas. Auf dem einstigen Krönungsweg tummeln sich heute tausende Touristen täglich. Die autofreie Brücke ist nur für Fußgänger passierbar, weshalb sich auch zahlreiche Händler und Kreative der Stadt täglich hier einfinden, um Ihre Waren anzupreisen.

Am anderen Ende der Brücke beginnt das historische Zentrum von Prag, welches auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe steht. Das Bild der „Goldenen Stadt“ ist geprägt von Gotischen und Barocken Gebäuden. Eine feste Route zum Entdecken, lässt sich hier nur schwer vorgeben, da jede Straße und jede Gasse Ihren ganz eigenen Charme besitzt.

Die astronomisch Uhr am Rathaus von Prag
Die Prager Rathausuhr in Großaufnahme

Drei Besonderheiten sollten aber auf jeden Fall bei einem Besuch in Prag abgelaufen werden. Zum einen ist die Prager Rathausuhr an der Südseite das Altstädter Rathauses ein Muss für jeden Kurzurlaub in der Stadt. Der astronomische Zeitanzeiger steht unverändert seit nun mehr als 600 Jahren an der gleichen Stelle und verrichtet seinen Dienst. Zu jeder vollen Stunde erscheinen durch die beiden Fenster der Uhr die zwölf Apostel.

Zwei weitere Highlights in Prag sind die Altneu-Synagoge und die Jerusalemsynagoge. Während Erstere die älteste unzerstört erhaltene Synagoge Europas bildet und im 13 Jahrhundert als eines der ersten gotischen Bauwerke in Prag entstand, ist die Jerusalemsynagoge eines der jüngsten religiösen Bauwerke der Stadt und besticht durch seine einmalige Architektur und Farbenvielfalt.

Zwischen Bier und Knödeln

Trotz aller Sehenswürdigkeiten darf auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Prag ist geprägt durch die deftige böhmische Küche und ein Paradies für Fleischliebhaber. Neben traditionellem tschechischen Bier gibt es in vielen Gaststätten viele Gerichte mit Klößen, Kraut und wahlweise Gulasch, Lendenbraten oder Rouladen dazu.

Das Stadtzentrum von Prag
In Prag gibt es zahlreiche Orte, um landestypische Gerichte zu probieren.

Für Vegetarier ist die Suche nach einer einheimischen Spezialität schon eher eine Herausforderung. Empfehlenswert sind die Palačinka, eine Art Eierkuchen gefüllt mit Marmelade, Quark oder Speiseeis. Weit verbreitet ist zudem die Bramborová Polévka, eine Kartoffelsuppe mit vielen Pilzen und Brot.

Doch egal wo oder was man speist, unumgänglich ist das Nationalgetränk der Stadt: Bier. In jeder Kneipe und jedem Restaurant gibt es die unterschiedlichsten Sorten, oft hausgemacht und mit einer ganz eigenen Note. Bierliebhaber kommen in Prag voll auf Ihre kosten und können sich gerade an einem langen Wochenende hier ausgiebig durchprobieren.

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Bilder © via Unsplash

Jay Dantinnerawkkim, Felix MittermeierFabrizio Verrecchia
KURZ-GETEILT